Am 3.11.2015 stellte die Initiative D21 zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) den Digital-Index für das laufende Jahr vor. Insgesamt ist der Digitalisierungsgrad gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Das Besondere an der Studie ist, dass in über 30.000 Telefoninterviews eben auch Offliner in einem repräsentativen Umfang erfasst werden. Damit unterscheidet sich die Studie von vielen nur digital durchgeführten Erhebungen. Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21, nutzt zudem jede sich bietende Gelegenheit die Studie inhaltlich weiter zu entwickeln. Dazu fließen bspw. jetzt schon neue Themen aus dem Bereich Arbeit 4.0 in die Studie ein.

Viele Begriffe der digitalen Welt sind in der Gesellschaft unklar

Buzzwordbingo kennen wir in der Kommunikation nur zu gut. Nicht selten soll mit der selbstverständlichen Nutzung englischer Fachbegriffe dem Zuhörer umfangreiche Kompetenz und Innovationsfreude vorgegaukelt werden. Das das selbst bei inzwischen marktüblichen Begriffen wie Social Media nicht funktioniert, zeigt das folgende Zitat aus der Studie:

 

D21-Digital-Index 2015Es fällt auf, dass englische Begriffe den Bürgern tendenziell weniger bekannt sind als deutsche. Dies zeigt sich an mehreren Beispielen: Ist der Unterschied zwischen Internetseite (78 Prozent kennen den Begriff und können ihn erklären.) und Homepage (74 Prozent) noch vergleichsweise gering, so ist der Begriff Soziale Netzwerke (72 Prozent) im Vergleich zu Social Media (43 Prozent) deutlich geläufiger. Bei den sonstigen Begriffen (ohne Vergleich Englisch/Deutsch) führen Apps die Liste an (72 Prozent wissen, was dies bedeutet bzw. können den Begriff erklären; Anstieg um drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.). Auch Cloud (47 Prozent, plus vier Prozentpunkte) und LTE (39 Prozent, plus neun Prozentpunkte) können zulegen. Begriffe wie Big Data, Share Economy, Industrie 4.0 und Internet der Dinge sind nur einem kleinen Teil der Bevölkerung geläufig (jeweils acht bis elf Prozent).

 

Download: D21-Digital-Index 2015 (PDF)

 

Außerdem möchte ich Ihnen diesen inspirierenden Vortrag von Prof. Wolfgang Henseler im Rahmen der Veranstaltung nicht vorenthalten.

 

Über den D21-Digital-Index:

Mit der Studie D21-Digital-Index misst die Initiative D21 seit 2013 die Entwicklung des Digitalisierungsgrads der deutschen Bevölkerung – ihren Zugang, ihre Kompetenz, ihre Offenheit sowie ihre Nutzungsvielfalt bezogen auf digitale Medien und das Internet. Der D21-Digital-Index ist eine Weiterentwicklung des (N)ONLINER Atlas (2001-2015) und mit rund 33 000 Befragten die umfangreichste und aussagekräftigste Studie zur Entwicklung der Digitalen Gesellschaft. Der Index ermöglicht es, die Auswirkungen von Innovationen und Ereignissen für Wirtschaft und Gesellschaft detailliert, nachhaltig und im Zeitverlauf aufzuzeigen. In diesem Jahr legt die Studie Schwerpunkte auf gesellschaftlich besonders relevante Fragestellungen wie Arbeiten und Bildung in der digitalisierten Welt, Datenbewusstsein in der Bevölkerung und Innovationen, die unser gesellschaftliches Zusammenleben verändern.